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Qualität, Regionalität, Familiensinn: Mit diesen drei Merkmalen hat sich
Fischer's Brauhaus bis heute auf einem hart umkämpften Markt behauptet
Bier mit Heimat-Gefühl
Was verleiht einem Massenprodukt wie Bier das gewisse Etwas? Eine Frage, der
die Familie Fischer im Brauhaus Auf der Lehr in Mössingen in dritter
Generation nachgeht. Dabei waren weder der Anfang noch die folgenden Jahre
einfach. 1938 hatte Braumeister Heinrich Fischer senior den Betrieb in
Mössingen übernommen. Er versorgte unter anderem in den Kriegsjahren die
Soldaten mit Schwachbier und wagte sich bereits 1948 an die Modernisierung
der Brauerei, während seine Frau, die einer Gastronomenfamilie entstammte,
die Brauereigaststätte leitete.

Seit über 70 Jahren achtet die Familie Fischer auf eine konsequent regionale
Ausrichtung ihrer Brauerei.
FOTO: NIETHAMMER
Dem Gründerpaar wurde viel Vertrauen entgegengebracht. So setzte sich der
damalige Bürgermeister Gottlieb Rühle bei der Landesinnung persönlich dafür
ein, dass wieder Bier in Mössingen produziert werden durfte. Dennoch waren
die Anfänge »jäh und geschunden«, erinnert sich ihr Sohn Heinrich Fischer.
Auch ihm war kein bequemer Start ins Berufsleben beschieden. Als sein Vater
1960 starb, ackerte er mit ungeheuerem Elan, um 1962 im Alter von nur 22
Jahren als jüngster Braumeister Baden-Württembergs in die Geschichte der
Innung einzugehen.
Hatte sein Vater noch das neue Sudhaus, einen zusätzlichen Lagerkeller und
eine Flaschenabfüllanlage realisieren können, erweiterte Sohn Heinrich das
gastronomische Angebot. 1973 entstand das Fischer's Hotel Garni mit 30
Zimmern, das im vergangenen Herbst zu einem 3-Sterne-Haus zertifiziert
wurde. 1992 in der Tübinger Gartenstraße die »Neckarmüllerei« mit
Gasthaus-Brauerei dazu und 1996 ein Getränkemarkt.
Bei der Bierproduktion wird auf eine konsequent regionale Ausrichtung
geachtet. Das Getreide stammt aus der näheren Umgebung, und Namen wie
»Dreifürstensteinpils« oder »Heinerle« zeugen von Heimatverbundenheit. Was
bei Fischers schon immer üblich war, erhält unter dem Stichwort
»Nachhaltigkeit« heute wieder Anerkennung. Dazu passt, dass die Abwärme der
Brauerei nicht ungenutzt verpufft, sondern das Wasser des Hotels heizt.
Einige Biersorten gibt es zudem in nostalgischen Bügelflaschen.
Zur Generation der Enkel
Alljährlich stellt sich die Brauerei brancheninternen Wettbewerben und
heimste erst im Januar bei der DLG-Prämierung zweimal Gold und zweimal
Silber ein. Zudem trägt sie das Gütesiegel »Qualität aus Baden-Württemberg«.

In Mössingen vollzieht sich seit vergangenem Jahr ein sanfter Wechsel zur
Generation der Enkel. Tochter Andrea Fischer hat einen kaufmännischen Beruf
und kümmert sich um die Logistik der Brauerei und den Getränkemarkt. Sie
unterstreicht die hohe Qualitätsanforderung, die in der Brauerei gestellt
werden, mit einer kreativen Vermarktung, etwa originellen Geschenkideen wie
dem »Meter Bier«, dessen Träger teilweise in der Gomaringer Werkstatt für
behinderte Menschen angefertigt werden.
Sohn Tobias Fischer ist Braumeister und Betriebswirt. Derzeit sammelt er in
einer bayrischen Brauerei Berufserfahrung. Tochter Petra Ott-Fischer
betreibt die Tübinger »Neckarmüllerei«. Als deren Geschäftsführerin ist sie
Gastgeberin für bis zu 600 Gäste im Lokal und im Biergarten. Zugleich ist
sie Arbeitgeberin für bis zu 80 Servicekräfte. In Mössingen selbst sind 14
Mitarbeiter bei Fischer's Brauhaus, im Hotel und im Getränkemarkt
beschäftigt.
Alle zwei Jahre im Mai ist das Areal übrigens Schauplatz des Brauhausfests -
die Mössinger Volksfest-Variante mit Bier »Made in Mössingen«.
(TEXT: VERA HILLER - GEA)
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WOW! Ich wusste gar nicht, dass ich
schon sooo alt bin - und trotzdem komme ich bei den Jungen so gut
an....
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